
Die ehemalige Deponie „Am Knochen“ liegt nördlich von Raschau an der Böschung des Mittweidatals. Sie umfasst eine Bergbaukippe der SAG Wismut und eine Altdeponie. Die Übergänge zwischen den Bergehalden im Westen und dem Deponiematerial im Norden und Nordosten sind fließend.

Die Altdeponie „Am Knochen“ befindet sich nördlich der Gemeinde Raschau an einer Böschung am Talhang der Mittweida. Sie besteht aus einer Bergehalde der SAG Wismut und der Altablagerung einer ehemaligen Deponie. Die Übergänge zwischen dem Haldenmaterial, überwiegend im Westen, und der Deponie im Norden und Nordosten sind fließend.

Die Böschungen des gesamten Deponiekörpers galten im Genehmigungs- und Planungsprozess aufgrund ihrer örtlichen Steilheit, der Materialeigenschaften einiger Ablagerungen und des fehlenden konstruktiven Rückhalts als instabil. Das Sickerwasser/Grundwasser konnte in vorhandene Hohlräume des ehemaligen Bergbaus eindringen und von diesem Niveau aus entsprechend den bestehenden Felsstrukturen in das Vorflutergewässer abfließen. Es bestand ein Risiko für das Grundwasser.
Zur Verbesserung der Emissionssituation war es erforderlich, die Deponie zu sanieren und unter Berücksichtigung der Standsicherheitsprobleme den Bergekippenkörper in die Sanierung einzubeziehen.
Um dauerhaft standsichere Dämme auf der alten Deponie herzustellen, waren für den Bau der RS-Bauwerke (RRS = Reinforced Soil Structures) entsprechend den Zulassungsverfahren horizontal eingebaute Secugrid®-Geogitter mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Deutschland, erforderlich. Die eingesetzten, von der BAM zugelassenen Secugrid® Z-Varianten wurden außerordentlich umfangreichen Prüfungen und Nachweisen unterzogen, um den Bau äußerst dauerhafter Bauwerke zu ermöglichen.
Die vorgesehene mittlere Böschungsneigung wurde so bemessen, dass sie etwa 45° erreicht. Die maximale Gesamthöhe der RSS beträgt knapp 21 m, was insgesamt 62 Schichten horizontal eingebaute Geobaustoff-Bewehrungsschichten bedeutet. Die Geogitter wurden im Umschlagverfahren mit temporärer Schalung eingebaut, um eine gute Verdichtung zu erreichen. Zur Herstellung der geplanten Kontur und Neigung der Böschung wurden in jeder Schicht kurze, zwischenliegende Bermen angelegt. Die Keile im Bermenbereich werden abschließend mit Oberboden verfüllt. Der Einbau auf den Stufen verhindert ein Abrutschen des überdeckten Oberbodens. Der Oberboden außerhalb der Geogitterumschläge wird profiliert und mit einer Erosionsschutzmatte (Secumat®) gesichert, gefolgt von einer Nassansaat. Dieses Bauverfahren erzeugt eine standsichere und vollständig begrünte bewehrte Böschung, die die Gesamtstabilität des Bauwerks verbessert.
Aufgrund der besonderen Geometrie des RSS (überdurchschnittliche Höhe) in Kombination mit den Untergrundverhältnissen (vorhandene weiche Untergrundböden) wurde ein Bodenaustausch in Kombination mit einer Tragschichtbewehrung durchgeführt. Anschließend wurden mehrere Lagen horizontaler Geogitterbewehrung eingebaut, bevor das eigentliche RSS hergestellt wurde.
Nach umfangreicher Vorprofilierung begann Anfang 2022 der eigentliche Bau des RSS. PET-Geogitter mit einer charakteristischen kurzzeitigen Zugfestigkeit von 40 bis 80 kN/m wurden lagenweise eingebaut. Die verwendeten Naue Secugrid® Geogitter zeichnen sich durch eine hohe Robustheit gegenüber potenzieller Einbaubeschädigung und eine geringe Kriechneigung aus. Diese Eigenschaften stellen ein sicheres RSS mit sehr geringen Verformungen über die gesamte Nutzungsdauer sicher.
Während des Bauprozesses wurde nach dem Einbau eines von BAM zugelassenen 400 g/m2 Trenn- und Filtrations-Vliesstoffs (Secutex®) eine körnige Dränschicht (32/56 mm) an der Rückseite des RSS eingebaut, um das Bodenmaterial während des Einbaus zu entwässern, mit entsprechender Sickerwassersammlung am Fuß der RSS-Konstruktion.
Im Rahmen der Fertigstellung soll oben auf der RSS eine etwa 3,0 m breite Betriebsstraße mit Schutzplanke hergestellt werden, und auf der Deponieseite ist eine Dränmulde zu errichten. Beide Bauteile werden unten mit einer Kunststoffdichtungsbahn gesichert, um künftig das Eindringen von Regenwasser in die RSS und den Deponiekörper zu verhindern.
Die geringe Kriechneigung des Geogitters trägt dazu bei, dass die bewehrte Böschung ihre geplante Geometrie über die gesamte Nutzungsdauer beibehält.
Von BAM zugelassene Secugrid®- und Secutex®-Produkte stellen umfassend geprüfte Komponenten für den Einsatz in der Deponiesanierung bereit.
Secugrid® Bewehrung ermöglicht den Bau steiler, dauerhaft standsicherer bewehrter Erdkörper, selbst auf weichem Untergrund.
Nr. 01015