
Um Beesel vor zukünftigen Hochwassern zu schützen, wurden die Maas Valley-Damm/Deich (Binnenland) erhöht und verstärkt. Da geeigneter Ton knapp ist und der Transport teuer wäre, ersetzen GTDs die Tonüberdeckung und ermöglichen die Nutzung des örtlichen Bodens. Ein Lkw mit GTDs entspricht etwa 250 Lkw mit Ton, was den Verkehr und die Beeinträchtigungen verringert.

Aufgrund der Folgen des Klimawandels und erhöhter Abflüsse in den Flüssen wurden die Dämme in der Maas-Valley-Region an mehreren Stellen erhöht und verstärkt, um das Dorf Beesel künftig vor Hochwasser zu schützen. Hierfür werden in der Regel große Mengen erosionsbeständigen Tons für den Bau des Damms, die Dammstabilisierung und die Abdichtung benötigt. Tonvorkommen sind im Maas-Tal jedoch eher rar, sodass lange Transportwege erforderlich sind, um hochwertigen Ton zur Baustelle zu bringen. Beim Einsatz von Bentonitmatten (geosynthetische Tondichtungsbahnen – GTDs), die die Funktion der Tonüberdeckung übernehmen, kann für den Dammbau örtlicher Boden verwendet werden. Da die Verfügbarkeit von Ton in vielen Regionen der Niederlande ein Problem darstellt und der Erwerb von Ton aus anderen Regionen kostspielig sein kann, waren alternative Lösungen sehr wünschenswert. Eine wesentliche Lösung wurde im Einsatz von geosynthetischen Tondichtungsbahnen gesehen, die in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreich als Dammabdichtungen eingesetzt werden.
Der Einsatz von GTDs macht die Gewinnung von Tonressourcen und den Transport aus anderen Regionen überflüssig. Beim Einbau von GTDs besteht im Vergleich zu mineralischem Ton ein großer Unterschied in der Transportintensität: Ein Lkw mit GTDs entspricht in etwa 250 Lkw-Ladungen mit Ton. Dadurch sind die Beeinträchtigungen für die Anwohner deutlich geringer, da nur ein einzelner Lkw mit GTDs zur Baustelle fahren muss.
Um den Einsatz geosynthetischer Tondichtungsbahnen im niederländischen Damm-/Deichbau (Binnenland) zu ermöglichen, wurde von Experten in einer technischen Arbeitsgruppe eine umfangreiche Richtlinie erarbeitet. Unter Mitwirkung des Limburg Water Board, von Arcadis und weiterer Co-Autoren wurde die Anwendungsrichtlinie „Levees with GCL – bentonite mat, guideline for the application of GCL in forelands and on slopes of primary and regional flood defence“ erstellt. Die Richtlinie beschreibt Bemessung, Anwendung, Ausschreibung und Prüfanforderungen für geosynthetische Tondichtungsbahnen im Damm-/Deichbau (Binnenland).
Der Einsatz von Bentonitmatten eignet sich als Verfahren im nationalen Programm zum Hochwasserschutz in den Niederlanden (HWBP). Innovationen für Dammverstärkungen spielen in diesem Programm eine wichtige Rolle. Durch den Einsatz einer Bentonitmatte wird die Wiederverwendung des örtlichen Bodens deutlich gefördert.
Auf diese Weise passt der Einsatz sehr gut in das Programm zur Verwendung gebietsspezifischer Böden (Programma Overstijgende Verkenningen – POV gebiedseigen grond). Die Richtlinie basiert auf der Planung, Anwendungserfahrungen und dem Wissen über Bentonitmatten im deutschen Damm/Deich (Binnenland)bau und wurde auf die niederländischen Verhältnisse für Dämme/Deiche (Binnenland) übertragen. Im Rahmen dieses Konzepts wurden detaillierte Anforderungen an die geosynthetische Tondichtungsbahn festgelegt. Die Richtlinie wird im Rahmen des Bauprojekts Beesel angewendet, überprüft und ergänzt.
Das Ingenieurbüro ABT wurde mit der Ausführungsplanung beauftragt, einschließlich Standsicherheitsberechnungen mit dem Finite-Elemente-Programm PLAXIS. Naue stellte technische Unterstützung und detaillierte dreidimensionale (3D) Einbauzeichnungen zur Verfügung. Der Einbau von GTDs erfolgte in zwei Dammabschnitten. Die geosynthetische Tondichtungsbahn Bentofix® B 4000 von Naue wurde wasserseitig an den mit 1:2,5 geneigten Dammböschungen und auf der ca. 3,5 m breiten Dammkrone eingebaut. Je nach Lage weisen die Dämme unterschiedliche Höhen zwischen 2 und 4 m auf. Insgesamt wurden 13.500 m2 Bentofix® B 4000 Bentonitmatte geliefert und eingebaut. Naue Bentofix® B 4000 ist eine spezielle leistungsstarke GTD, die für den Einsatz in Dämmen entwickelt wurde.
Alle beteiligten Organisationen bewerteten den Baufortschritt und das Endergebnis positiv. Abweichend von der aufwendigen Qualitätsüberwachung sowie dem arbeits- und kostenintensiven Einbau dicker mineralischer Tonschichten wurde die geosynthetische Tondichtungsbahn in Rollen geliefert und vor Ort mit einer Verlegetraverse eingebaut. Dabei wurden die Längsüberlappungen über die vollständig mit Ton durchtränkten und markierten, vorgefertigten Überlappungsbereiche abgedichtet. Darüber hinaus wurde den Anschlussdetails besondere Aufmerksamkeit gewidmet, die in Abstimmung zwischen den beteiligten Unternehmen ausgeführt wurden.
Die beteiligten Organisationen sind stolz darauf, Teil dieses anspruchsvollen und gelungenen Bauprojekts gewesen zu sein, mit dem Bentonitmatten in Deichen in den Niederlanden eingeführt wurden. Das Verfahren, die Vorteile und die gesammelten Erfahrungen eröffnen ein erhebliches Potenzial für weitere Hochwasserschutzprojekte, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Das Material kann mit einer Verlegetraverse effizient eingebaut werden.
Wird in Rollen geliefert und mit einer Verlegetraverse effizient eingebaut.
Nr. 00942