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Ein geosynthetisches Secugrid®-Geogitter wird in einem Graben auf einer aktiven Baustelle eingebaut.

HafenCity Hamburg – Sichere Gründung trotz weichem Baugrund

Bis 2019 nutzten täglich rund 55.000 Fahrzeuge, darunter 5.500 Lkw, die Wilhelmsburger Reichsstraße in Hamburg. Die Straße wurde zusammen mit einer Eisenbahnstrecke verlegt. Weiche Böden machten den Übergang von der Brücke zum Damm kritisch und erforderten eine zuverlässige Kontrolle der Setzungen.

Luftaufnahme einer Baustelle, auf der Secugrid®-Lagen eingebaut und mit Boden überdeckt werden.
Luftaufnahme einer Baustelle, auf der Secugrid®-Lagen eingebaut und mit Boden überdeckt werden.
Aufbau des Bauvorhabens (Draufsicht)
Aufbau des Bauvorhabens (Draufsicht)

Projektbeschreibung

Bis 2019 überquerten täglich etwa 55.000 Fahrzeuge – darunter 5.500 Lkw – die Wilhelmsburger Reichsstraße, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Hamburgs über die Elbe. Die stark überlastete Trasse führte mitten durch den Stadtteil Wilhelmsburg. Die Bundesrepublik Deutschland und die Freie und Hansestadt Hamburg beschlossen daher, die Straße in einem Großprojekt zu verlegen und mit einer Eisenbahnstrecke zu bündeln, um eine neue Verkehrsschlagader zu schaffen. Eine der größten Herausforderungen waren dabei der schwierige Baugrund mit weichen organischen Schichten, torfigem Untergrund, Untergrund mit wechselnden Eigenschaften sowie Übergängen zu Bauwerken mit unterschiedlichen Gründungen.

Der Übergangsbereich zwischen einer tief gegründeten Brücke und dem anschließenden Dammbereich war besonders sensibel. Hier mussten große Setzungsdifferenzen zuverlässig vermieden werden, um eine Lösung zu schaffen, die langfristig gebrauchstauglich ist.

Baugeräte verteilen und verdichten Boden über einer Secugrid®-Lage auf einer Baustelle.
Baugeräte verteilen und verdichten Boden über einer Secugrid®-Lage auf einer Baustelle.
Einbau der Deckschicht (oberhalb des Geogitters)
Einbau der Deckschicht (oberhalb des Geogitters)

Pfahlgestütztes Lastverteilungspolster mit Naue Secugrid® HS und Betonpfählen

Ein innovatives Gründungssystem wurde eingesetzt, um die Verkehrslasten sicher und dauerhaft in tragfähige Bodenschichten abzuleiten. Es kombiniert:

  • Vertikale lastabtragende Elemente als Bodenverbesserung aus unbewehrten Betonsäulen, die erschütterungsfrei und wirtschaftlich im Vollverdrängungsverfahren eingebaut werden.
  • Ein Secugrid® HS 1200/100 R6 Geogitter mit hoher Zugfestigkeit und geringer Dehnung, das Lasten effizient verteilt.
  • Ein lastverteilendes Sandpolster, das als Gewölbe wirkt und durch das Geogitter stabilisiert wird.

Starre Injektionselemente und Geogitter für eine stabile Lastübertragung – selbst bei einer Auffüllhöhe von 7,6 m

Die Gründungsplatte liegt auf einer gitterförmigen Baugrundverbesserung aus starren Injektionselementen, bestehend aus hydraulisch gebundenen, unbewehrten, schlanken, pfahlartigen lastabtragenden Elementen (Ø 32 cm, Achsabstand 1,5 m), die exakt auf die orthogonale Ausrichtung der Geogitter abgestimmt ist. Sie überträgt die ständigen Lasten des Damms (bis zu 140 kN/m²) und die Verkehrslasten (52 kN/m²) sicher in die Tragfähigkeit des Untergrunds – selbst bei einer Bauhöhe von bis zu 7,6 m über der Gründungssohle.

Die beiden Geogitterlagen wurden kreuzweise (längs und quer zur Trasse) verlegt. Besonderes Augenmerk galt der Verformungsverträglichkeit und der Langzeitstabilität. Die Langzeitdehnung wurde so bemessen, dass sie deutlich unter 0,5 % liegt – eine Voraussetzung für die langfristige Gebrauchstauglichkeit.

Schneller und sicherer Bau

Das System wurde trotz der beengten Verhältnisse auf der Baustelle effizient eingebaut: Fast 32.000 m² des projektspezifischen Geogitters wurden termingerecht geliefert und zügig faltenfrei verlegt. Die hohe Eigensteifigkeit der Naue Secugrid® HS-Rollen erleichterte den Einbau erheblich – ein klarer Vorteil unter komplexen Baubedingungen.

Die Baugrundverbesserung mit starren Inklusionen, in diesem Fall Controlled Modulus Columns CMC©, erwies sich ebenfalls als wirtschaftlich vorteilhaft: Es fällt kein Aushub an, der entsorgt werden muss, da der Baugrund wird durch Verdrängung und Verdichtung verbessert.

Ergebnis: Dauerhafte Leistungsfähigkeit und Tragfähigkeit

Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2019 nutzen täglich rund 67.000 Fahrzeuge die neue Trasse. Der besonders kritische Übergangsbereich zwischen Brücke und Damm bleibt dank des optimierten und durchgängig geplanten Systems langfristig gebrauchstauglich.

Ein Projekt, das zeigt, wie Geobaustoffe und innovative Gründungstechnologien zusammenwirken können, um leistungsfähige Infrastrukturen zu schaffen.

Projektvorteile

  • Load distribution

    Kontrollierte Setzung auf weichem Baugrund

    Secugrid® HS verteilte die aufgebrachten Lasten effizient und verringerte Setzungsdifferenzen im kritischen Übergangsbereich zwischen Brücke und Damm.

  • Function duration

    Zuverlässige Unterstützung für hohe Lasten

    Das bewehrte Lastverteilungspolster trug die hohen Damm- und Verkehrslasten sicher und gewährleistete gleichzeitig die langfristige Gebrauchstauglichkeit.

  • Easy installation

    Schneller Einbau unter beengten Verhältnissen

    Die hohe Eigensteifigkeit von Secugrid® HS ermöglichte einen schnellen, faltenfreien Einbau unter anspruchsvollen Baustellenbedingungen

Projektinformationen

  • Projektname
    Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße B4 / B75
  • Bauherr
    Freie und Hansestadt Hamburg, Deutschland
  • Vertreter des Bauherrn
    DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, Deutschland
  • Ausführungsplanung Lastverteilungspolster
    BVT Dyniv GmbH, Seevetal, Deutschland
  • Produkt
    Secugrid® HS 1200/100 R6

Nr. 01101