
Im Rahmen des EFRE-geförderten Hochwasserschutzprojekts in Brixen (Abschnitt 5) wurde im Eisack eine innovative Maßnahme zur Flussbettabdichtung umgesetzt, um die Innenstadt vor Überflutungen zu schützen und gleichzeitig den Flusskorridor hydraulisch, ökologisch und städtebaulich zu verbessern.

Es gibt verschiedene Gründe für steigende Wasserstände im Querschnitt des Eisack. Dazu gehören die zunehmende Urbanisierung, höhere Hochwasserabflüsse infolge von Gletscherschmelze, steigende Niederschlagsintensitäten, der Verlust von Retentionsräumen sowie eine Abnahme wasseraufnehmender Substrate (z.B. Schnee oder feinkörniger Boden).
Hohe Wasserstände in Brixen bedeuten ein doppeltes Hochwasserrisiko: Tritt der Eisack über seine Ufer, wird die Innenstadt direkt überflutet. Gleichzeitig ist die Stadt durch einen möglichen Anstieg des Grundwasserspiegels bedroht.

Drei Maßnahmen schufen das Volumen für ein 100-jährliches Hochwasserereignis: die Betonflutmauer wurde erhöht, der Flussquerschnitt verbreitert und das Flussbett vertieft. Dadurch wurde der Baugrund mit geringer Durchlässigkeit so weit reduziert, dass eine Trennung des Wasserspiegels von Eisack und umgebendem Grundwasser nicht mehr sichergestellt werden konnte. Zur Abdichtung des vertieften Flussbetts wurden Bentofix® Green biodegradable* Bentonitmatten eingebaut. Diese Matten verwenden Bentonitpulver als Dichtmedium, während die Träger- und Überdeckungsgeotextilien aus biologisch abbaubaren* Rohstoffen bestehen.
Dies ermöglicht die Einkapselung des Bentonits zu einer geosynthetischen Tondichtungsbahn (GTD) und damit einen unkomplizierten Einbau. Der Einsatz abbaubarer Rohstoffe verhindert das Einbringen nicht abbaubarer Polymere in das Flussökosystem (z.B. durch Geschiebetransport oder hydraulische Abrasion). Während die Fasern in der Umgebung des Eisack abgebaut werden können, verbleibt das Bentonit im Flussbett und erhält seine Abdichtungsfunktion auch dann aufrecht, wenn die Geotextilien abgebaut sind*.
Eine weitere Herausforderung war der eng getaktete Bauablauf: Die meisten Arbeiten im Flussbett mussten während der Niedrigwasserphasen zwischen Neujahr und Ostern abgeschlossen werden. Nur in diesem Zeitraum war es möglich, wie in Abbildung 2 dargestellt, die Bauarbeiten jeweils auf einer Hälfte des Querschnitts mithilfe eines temporären Damms in der Flussmitte durchzuführen. Anschließend wechselten der wasserführende Abschnitt und die Baustelle die Flussseite. Unter anderem trug der schnelle und einfache Einbau der biologisch abbaubaren* Naue Bentofix® Green geosynthetischen Tondichtungsbahnen dazu bei, diesen engen Zeitplan einzuhalten.
Biologisch abbaubare* GTDs sind eine wirksame und umweltfreundliche Lösung für temporäre Basisabdichtungen in wasserbaulichen Projekten. Sie bauen auf den Vorteilen konventioneller Bentonitmatten auf und fügen noch ausgeprägtere ökologische Eigenschaften hinzu. Kurz gesagt: Bentofix® Green bietet eine zuverlässige hydraulische Abdichtung und eine hohe Einbaueffizienz (einfache Handhabung, schneller Einbau) und hilft Projekten, Umweltstandards einzuhalten, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Ihr Einsatz im Projekt Brixen zeigt das Potenzial dieser Baustoffe im Kontext integrierter Hochwasserschutzmaßnahmen.
Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um uns bei Fabio de Polo und Philipp Walder von der Civil Protection Agency of the Autonomous Province of Bolzano, Mountain Basins Functional Area, sowie bei Simon Berger von der University of Innsbruck für die ausgezeichnete Zusammenarbeit in diesem Projekt zu bedanken.

Bentofix® Green dichtet das vertiefte Flussbett ab und trägt dazu bei, die Trennung zwischen dem Fluss Eisack und dem umgebenden Grundwasser aufrechtzuerhalten.
Nachdem die Geotextilkomponenten abgebaut* sind, verbleibt das Bentonit im Flussbett und sorgt weiterhin für die erforderliche Abdichtungswirkung.
Die einfache Handhabung und die schnelle Verlegung halfen dem Projektteam, die Arbeiten im Flussbett innerhalb des begrenzten Niedrigwasser-Bauzeitraums abzuschließen.
Nr. 01221